Pelletheizung - Auf die Pellets, fertig, los!
Was sind Pellets?
Pellets - den Begriff kennt man aus der Tierfuttermittelindustrie. Gras, Stroh oder Getreide wird unter Hochdruck zu kugel- oder zylinderförmigen Pellets zusammen gepresst. Diese Pellets haben im Vergleich zur Masse eine hohe Dichte
- sie sparen also bei der Lagerung im Silo Platz. Aber Pelletheizungen? Wie funktioniert das? Und werden die etwa mit Tierfutterpellets gespeist? Zuerst einmal: Jein. Normalerweise werden Pelletheizungen mit Holz gespeist, dass zu verdichteten Pellets zusammen gepresst wurde, manchmal auch mit Zellulose-Pellets, also Pellets aus Stofffasern. Aber tatsächlich sind die Futterpellets für Tiere und die Pellets für die Pelletheizung gar nicht so weit voneinander entfernt. Denn man diskutiert die Möglichkeit, Pellets für Pelletheizungen aus Getreide herzustellen. Das böte einerseits eine neue Verwendungsmöglichkeit für EU-subventionierte Getreideberge. Andererseits handelt es sich bei Getreide um Lebensmittel, und Lebensmittel zu verbrennen, wirft Fragen der Moral auf. Also sind Holz- und Zellulosepellets weiterhin die Hauptbrennstoffe für Pelletheizungen und Pelletöfen.
Wie funktionieren Pelletheizungen?
Wie alle alternativen Energien interessieren sich für Pelletsheizungen (Holzpelletofen) hauptsächlich Menschen, deren ökologisches Bewußtsein groß ist. Aber sind Pelletheizungen tatsächlich ökologisch unbedenklicher als andere Energieformen? Dazu muss man zuerst einmal verschiedene Arten von Pelletheizungen unterscheiden. Es gibt zum einen normale Pelletöfen, die, ähnlich wie Kaminöfen, einzelne Räume beheizen. Der einzige Unterschied: Statt Holzscheiten verbrennen sie eben Pellets. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Gartengrill, den man entweder mit Holzkohle oder mit Kohlepresslingen betreiben kann. Doch die wenigsten Menschen nutzen Kaminöfen in ihren Zimmern, um eine Wohnung oder gar ein Haus zu beheizen. Zu umständlich ist das morgendliche Anfeuern. Daher gibt es auch Pelletheizungen, die im Prinzip wie Zentralheizungen funktionieren, nur, dass sie nicht mit Öl oder Erdgas, sondern eben mit Pellets betrieben werden. Damit man nun nicht jeden Tag Stunde um Stunde Pellets nachfüllen muss, sind Pelletheizungen mit einer automatischen Pelletsbefüllung ausgestattet. Über verschiedene Systeme werden die Pellets nach und nach an den Ofen beziehungsweise die Heizung abgegeben. Es gibt unterschiedliche Systeme: Solche, bei denen die Pellets von unten "eingeschossen" werden oder von der Seite, und solche, bei denen die Pellets von oben "herabregnen". Allen ist eines gemeinsam: Beim Verbrennen von Pellets entsteht Asche, und diese Asche muss zur Seite geschafft werden, damit neue Pellets verbrannt werden können. Bei der Befeuerung von unten schieben sich die Pellets in einem Topf nach und verdrängen die Asche somit zum Rand, wo sie in einer Rinne aufgefangen wird. Gleiches gilt für die Befeuerung von der Seite. Bei der Bestückung von oben rieselt die Asche durch ein Gitter. Aufgrund der Asche- und Rußbildung sind Pelletheizungen jedoch wartungsintensiver als Erdgas- oder Ölheizungen. Alle paar Wochen ist eine Reinigung notwendig, wobei neuere Generationen von Pelletheizungen mit einer Wartung im Jahr auskommen. Solche Anlagen sind jedoch für den Hausgebrauch einer Durchschnittsfamilie zu teuer. Der Preis für eine normale automatische Pelletheizung liegt zwischen 5000 und 15000 Euro.
Ökologisch sinnvoll oder Augenwischerei?
Thema CO2-Werte: Holzpellets werden aus Abfallprodukten der holzverarbeitenden Industrie hergestellt, also hauptsächlich aus Sägespänen, die gepresst werden. Beim Verfeuern geben sie nur so viel CO2 ab, wie der Baum in seinem Leben aufgenommen hat. Die CO2-Bilanz ist also neutral. Und da es sich um Holz-Abfallprodukte handelt, werden auch nicht mehr Wälder gerodet, nur, um die Versorgung für Pelletheizungen sicher zu stellen. Holz als nachwachsender Rohstoff ist also zuerst einmal ökologischer als Öl oder Erdgas - Rohstoffreserven, die irgendwann zur Neige gehen. Außerdem sind die Preise für Pellets, verglichen mit Öl oder Erdgas, günstiger. Allerdings: Durch die Förderung von Pelletheizungen haben sich bereits Lieferengpässe für diese Holzabfallprodukte ergeben. Da auch andere Industriezweige, wie zum Beispiel die Möbelindustrie, mit Spanplatten arbeiten, könnte der Preis für Pellets explodieren, wenn immer mehr Menschen auf diese Art der Heizung umsteigen. Die staatliche Förderung für Pelletheizungen wurde im Jahr 2006 ausgesetzt, da die Haushaltsmittel für eine Förderung nicht mehr ausreichten. Jedoch kann man in diesem Jahr einen neuen Antrag stellen, und das sogar, wenn die Umstellung auf Pellets bereits erfolgt ist. Die Förderung gilt dann rückwirkend. Gefördert werden Pelletheizungen mit mindestens 1000 Euro oder 24 Euro pro kW.
Die Nachteile der Pelletheizung
Aber Pelletheizungen bieten nicht nur Vorteile. Wie bei anderen Energielieferanten sollte man zum Beispiel die Pellets im Sommer kaufen, da die Preise zum Winter stark anziehen. Eine trockene Lagerung ist selbstverständlich. Und: Dadurch, dass Holz verbrannt wird und Asche und Ruß entstehen, ist die Feinstaubbelastung durch Pelletheizungen nicht außer Acht zu lassen. Zwar gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse über die genauen Ausmaße der Feinstaubgefahr, jedoch ist sicher, dass das Gesundheitsrisiko mit der Menge an Feinstaub, die in der Luft liegt, zunimmt. Feinstaub kann Erkrankungen der Atemwege und Herz-Kreislauferkrankungen hervorrufen. Alle Holz- und Kaminöfen in Deutschland pusten zusammen genommen mehr Feinstaub in die Luft als alle Automobile! Bei allen Arten von Holzöfen, also auch bei Pelletheizungen, werden zudem gesundheitsschädliche Stoffe wie Teer und Dioxin ausgestoßen. Zwar sind diese Schadstoffemissionen bei Pelletheizungen geringer als bei Heizungen, die mit Holzscheiten arbeiten, man sollte das Gesundheitsrisiko jedoch nicht unterschätzen.
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