Gefahren lauern an den Börsen
Die Sicherheit der Rente ist ein heiliges Gut für die Deutschen. Könnte man meinen, wenn man den Wahlkampf und die Forderungen der Rentenversicherten betrachtet. Doch ihre Handlungen zeigen das genaue Gegenteil. Immer mehr Deutsche wagen bei der Rente die Lotterie, wenngleich bisher nur zusätzlich.
Das Stichwort heisst Fondsgebundene Rentenversicherung. Hierbei werden die Beiträge der zukünftigen Rentner am Kapitalmarkt, meist durch Aktienfonds, zur Spekulation genutzt. Die erzeugten Gewinne –oder Verluste – werden direkt an die Sparer weitergegeben und bieten so neben einem hohen Risiko für Verluste, auch eine Chanche auf hohe Gewinne. Diese Chanche bringt Millionen von Kunden dazu, ihre Rente im Alter mit diesem Glücksspiel aufzubessern. Dies macht das System auch erst attraktiv, eine reine Aufbesserung führt im schlimmsten Fall nicht zum Verlust der kompletten Rente, sondern nur zu einem geringeren Zusatzeinkommen im Monat. Dies macht Verluste noch verschmerzbar.
Andere Staaten haben dagegen ihre Rentensysteme längst völlig auf Fondssysteme umgestellt, bei einer neuen Weltwirtschaftskrise hätten unzählige Rentner das Nachsehen. In Deutschland wäre zumindest die staatliche Rente gesichert. Dass das in die Fondsgebundene Rentenversicherung gesteckte Geld nicht viel besser in einer herkömmlichen Privaten Alters- oder Lebensvorsorge aufgehoben wäre, wo es zumindest garantierte Auszahlungssummen gibt, wollen weniger zukünftig arme Renter hören.
Für diejenigen, die diesen Nachteil bereits durchschaut haben bieten die Banken bereits verwässerte Systeme an, die garantierte Mindestauszahlungssummen haben. Die Profitmöglichkeiten sind weniger ausgeprägt, doch die Rente ist schliesslich keine Lotterie. Man hat leider zu viel im Alter zu verlieren, um dies einfach so für potentielle Gewinnchanchen zu opfern. So sollte sich jeder überlegen, wie er sein Geld sicher vermehrt fürs Alter, statt es nur wahrscheinlich zu vermehren.
Autor: Silke Schmidt (alibiabc[@]googlemail[.]com)
14.01.2008
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